Wir über uns ...... ganz subjektiv |
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So, jetzt aber endlich die Epostkarte oder fast schon
eine Art Tagesreport zur 2. Segelfreizeit !
Sonntag:
Ein paar kurze Worte, vor allem an die Neuen, Schaekelausgabe
und Notieren der Essenspraeferenzen. Schon der Zweite beantwortete die
Frage nach den von ihm gewuenschten Essensoptionen mit "alles". Bettzeug
war diesmal bei Detlef abzuholen - zumindest so lange, bis dieser den Aufwand
abschaetzen konnte und einen von uns mit einem Stapel Bettzeug wieder in
den Teamerraum zurueckschickte. Abendessen gab es auf Grund der geringen
Teilnehmerzahl (17+4) an EINEM (kein U !) grossen Tisch. Danach das uebliche
Vorstellen im Bootsschuppen: Die Juengste (17?) zeigte etwas Befremden
ob der altersmaessigen Zusammensetzung der Teilnehmer und erinnerte sich
daran, dass der Kurs fuer Leute ab 16 ausgeschrieben war. Wir konnten ihr
glaubhaft versichern, dass alle ueber 16 waren (Durchschnitt 35?). Gegen
22:00 sind wir dann auf den Zugvoegeln rausgeduempelt, um vom See aus das
Abschlussfeuerwerk zur Zwischenahner Woche zu beobachten und uns langsam
an den Sherry zu gewoehnen. Einige hatten sogar die Segel gesetzt, waehrend
unser Boot ausschliesslich mit Holzsegeln (Paddeln) fuhr.
Mo:
Nach dem Fruehstueck fand wie auch an den folgenden Tagen
zunaechst die Bootseinteilung statt. Dann ging es bei maessigem Wind auf
den See. Ein paar Aufschiesser an den Tonnen, ein bisschen Halbwind, ein
paar vorsichtige Halsen... Irgendwann gab es einen Ruck in der Pinne und
das Boot reagierte kaum noch auf Ruderlegen. Der Blick zur Ruderanlage
verriet warum: Das Ruder wurde nur noch vom oberen Scharnier gehalten.
Also: Segel runter und auf das Mobo warten. Einer der Teamer konnte den
abgerissenen Beschlag am Abend wieder anschweissen.
Di:
Auf Wunsch einer Seglerin wurde mit den Zugvoegeln eine
kleine Regatta veranstaltet, Modus: Bis 5 min vor Start: Segeln im Hafenbereich,
aeussere Grenze ZSK Steg. Bis Start: Segeln im Bereich bis zur Hafenboje,
also auf einer Flaeche von etwa 15m X 40m. Startlinie: Hafenboje - Nichtschwimmerboje.
Strecke: Tonne 5, Tonne 4, Hafenboje, Tonne 5, Hafenboje. Die Teams
wurden ausgelost, wobei jeder auf seinem Los ein Tier stehen hatte, das
pantomimisch darzustellen war. Nachdem sich die Teams aus gleichen Tieren
gefunden hatten, wurden die Boote aufgeruestet und nach dem Beginn der
Startzeit (10min) gingen die taktischen Spielchen los: Ein Boot machte
bis zum Start an der Hafenboje fest, ein anderes an der Nichtschwimmerboje,
zwei kreuzten wild zwischen Steg und den Bojen und wir haben uns im Hafen
auf das Schwert gesetzt. Eine Minute vor Start dann das Schwert etwas gelupft
und zur Ziellinie gekreuzt, davor ein wenig hin- und her und dann wenige
Sekunden nach der Startzeit ueber die Linie. Wir waren die einzigen, die
gestartet waren. Die anderen hatten wohl das Verschieben des Starts mitbekommen:
Ein Zugvogel hatte sich vom Wind an die Buesche links des Steges druecken
lassen und musste vom Mobo befreit werden. Der naechste Start verlief fuer
uns nicht ganz so gluecklich. Obwohl sich jetzt ein anderes Boot an die
Buesche angelehnt hatte, wurde diesmal nicht abgebrochen. Wir kamen als
3. (?) ueber die Startlinie - mit ziemlichem Abstand zum 1., aber dann
lief es einfach (vor der Regatta hatte ich Antigua ein wenig gefuettert,
um sie gnaedig zu stimmen. Sie hat es uns durch sanftes Schieben gedankt).
Am Steg dann die Siegerehrung mit einer Flasche Sherry und einer Tuete
Gummibaerchen fuer das ehrenvolle Beenden der Regatta, die nach Ansagen
der Besanschoten die Runden machten.
Nach dem Abendessen war der Wind immer noch brauchbar,
allerdings gab es ausser mir nur noch einen Segelinteressierten. Wir zwei
haben dann ein Sonnenuntergangssegeln veranstaltet.
Mi:
Der Mittwoch begann mit einem Sonnenaufgangssegeln von
Tonne zu Tonne um den See mit Anschlagen der Tonnen. Einige, auch langjaehrige,
Teilnehmer kannten dieses Tonnenklatschen nur vom Hoerensagen. Nachdem
auch ich ihnen begeistert von meinen beiden Tonnenklatschrunden in der
ersten Freizeit erzaehlt hatte, fand sich eine erstaunlich grosse Gruppe
von Willigen - zumindest so lange willig, bis ich meine Vorstellung der
Weckzeit geaeussert hatte: 5:15, damit man bei Sonnenaufgang schon auf
dem Wasser ist (In der ersten Freizeit hatten wir mit Aufstehen um 4:45
die Sonne gut erwischt). Am Vorabend beim Lagerfeuer noch einmal heftige
Diskussionen ob Weckzeit und Sonnenaufgang wirklich dazu gehoerten ;-)
Es ging dann wirklich frueh los und bei etwas weniger Wolken haetten wir
auch den Sonnenaufgang sehen koennen :-(
Mittags war dann Formationssegeln angesagt: Ein Zugvogel
fuhr vor, wir mit der Gruben dahinter und dann alle anderen Zugvoegel.
In einer Linie mit 2 Bootslaengen Abstand quer ueber den See, an einem
Punkt alle nacheinander eine Wende, dann alle auf Komando gleichzeitig
mit parallelem Kurs vor den Wind, auf Kommando dann wieder gleichzeitig
an den Wind, um wieder in einer Linie zu fahren. Auffaellig war, dass die
Zugvoegel alle die Bremse ziehen mussten, um den Abstand zur Gruben zu
halten. Danach: freies Segeln.
Am Abend gab es die wohl traditionelle Wanderung zum
Faehrkroog nach Dreibergen, grosses Aalessen und Zinnloeffelausschluerfen
(Korn ?) und der obligatorische Rueckweg im Dunkeln. Nur ein Segler hatte
eine Taschenlampe dabei. Zu dritt sind wir dann an den kritischen Stellen
dem Lichtkegel hinterher (keine Buhrufe ! ;-) und kamen so sicher an der
JHB an. Zielstrebig ging es dann weiter zum (Kuehlschrank im) Bootsschuppen,
um auf die anderen zu warten. Die trafen in kleineren Grueppchen so nach
und nach ein und erzaehlten ihre Erlebnisse: Eine Gruppe hatte in der Dunkelheit
an einer Gabel den falschen Weg gewaehlt und wurde vom ploetzlich einsetzenden
Licht eines Halogenscheinwerfers quasi aus dem Grundstueck herausgeblasen.
In einer anderen Gruppe fand sich jemand mit Ortskenntnis und ein morastiger
Graben, in dem eine Handtasche und zwei Schuhe verloren und wiedergefunden
wurden - unter Einsatz des Lebens und der Hose (beschmiert bis zum Knie)
eines Seglers. Alles in allem: viel Gelaechter, auch fuer einen, der die
Gefahr gescheut hat !
Do:
Durch das Tonnenklatschen hatten wir am Vortag ein besonderes
Extra der JHB verpasst: Der Betreuer einer erfreulich disziplinierten Jugendgruppe
hat seine Gang mit einem Trompetensolo geweckt - die Segler auch, allerdings
ziemlich genau zur ueblichen Weckzeit - zumindest am Mittwoch. Am Donnerstag
fing er eine halbe Stunde frueher an, war aber auch nicht so schlimm: unerwartet
leise und gut genug, dass man das Lauschen auch Geniessen nennen konnte.
Wind gab es recht ordentlich, so stark, dass einige mit
den Lasern das Trapezsegeln ueben konnten. Als wir kurz im Hafen festmachten,
um die Fock abzunehmen, konnten wir einen Laser im Hafenbereich beobachten.
Bei einem missglueckten Manoever kenterte das Boot. Der Steuermann stieg
sofort auf das Schwert, waehrend sein Vorschoter ueber das Wasser lief,
um erst mit dem dritten Schritt ins Leere zu treten. Spaeter erklaerte
er den Trick: in der Naehe der Vorderkante des Vorsegels ueber das noch
auf dem Wasser liegende Segel gehen - sah eindrucksvoll aus, einfach goettlich!
Abends spielten(?) wir im ZSK-Restaurant dann alle die
Mueden, um einen vorzeitigen Rueckzug zur JHB glaubhaft erscheinen zu lassen.
Eine Teamerin hatte am naechsten Tag Geburtstag und sollte um Mitternacht
durch einen Besuch mit Teelichtern garnierter Segler im Damenschlafsaal
geweckt werden. Sie liess sich jedoch nicht dazu bewegen, bis 24:00 dort
zu sein. Also wurden die Segler zusammengetrommelt, ein Tisch mit Teelichtern
und dem Geschenk der Teamer dekoriert und sie dann kurzerhand geholt. Es
folgte ein kleines Staendchen, eine Runde Haendeschuetteln und Umarmen,
eine Runde Sherry (was sonst, wegen der Uhrzeit mit gefluesterter Besanschot)
und das Auspacken des Geschenkes: ein ferrariroter Overall - genau die
Art, die die Herren-Teamer (bevorzugt mit den Haenden in den Taschen) taeglich
ausfuehrten.
Fr:
Ziemlich mieses Wetter, starker Wind und haeufig Regen,
was einige nicht davon abhielt, zu segeln. Zu zweit fuhren wir nach Emden,
um uns die Henri-Nannen-Kunsthalle anzutun. Das Museum ist schon fuer ein
paar Stunden gut. Irgendwann standen wir dann ueberrascht vor einem Bild
mit dem Titel: im Zirkus (?). Zu sehen war die Manege mit einigen Zuschauerreihen
und unseren drei Teamern in ihren roten Overalls - wir erkannten sie sofort,
denn sie hatten die Haende in den Taschen. Nach dem Museum noch ein paar
Schritte durch die Stadt und dann zurueck. Neben dem Bahnhof konnte man
noch eine Dampflok (44?) bewundern, deren Fuehrerstand zugaenglich war.
Das Objekt, zu dem ich nun endlich etwas sagen konnte... In Zwischenahn
haben wir uns auf dem Rueckweg zur JHB noch die Aussicht vom Wasserturm
angetan - viele Stufen, aber lohnenswert.
Abendessen und nochmal in den Ort, ein Kneipchen besuchen.
Den Rueckweg trat ich mit der ersten Gruppe an. Es war doch schon kalt
und wir hatten draussen gesessen... Vertraute Geraeusche erreichten
unsere Ohren an der Jugendherberge und das Strahlen unserer Juengsten verriet,
dass sie sich wohl einigen Laternen auf dem Weg als echte Zwischenahner
Seglerin vorgestellt hatte - die Jugend von heute ;-)
Sa:
Am Vormittag ging es bei ordentlichem Wind nochmal zum
letzten Segeln. Es waren nur die Gruben und die Zugvoegel unterwegs - mit
entsprechend starker Besatzung, teilweise auch mit der kleineren Achatfock,
sah schon drollig aus. Die Gruben lag dann auch nach einiger Zeit im Wasser.
Ein Crewmitglied hatte sich im Trapez von einer Seite auf die andere geschwungen
- das wars dann. Als erkennbar war, dass die drei das Boot nicht alleine
aufrichten konnten, ist Ove mit dem Mobo rueber. Ich durfte mit. Das Mobo
geht schon gut ab, aber meinem Hintern hat es nicht so gefallen. Wir trafen
zusammen mit den DLRGlern an der Gruben ein und zusammen richteten wir
dann auch das Boot auf. Danach sagte mir Ove, dass ich mich fuer die Rueckfahrt
besser in die Mitte setze, dort schlage das Boot in den Wellen weit weniger
auf den Hintern ein. Er hatte recht, haette er aber wohl auch schon auf
der Hinfahrt gehabt ;-(
Nach dem Mittagessen ging es dann an das Abbauen der
Boote. Zwei von uns sind zum Boote aus dem Wasser ziehen in die Neos gekrochen.
Einem der beiden ist dann noch eingefallen, dass er sich eigentlich rasieren
koennte... Am Steg haben sich dann meine Plastiksandalen als recht praktisch
erwiesen. Bei manchen Booten ist der Trailer einfach nicht mit zwei Mann
aus dem Wasser zu bewegen. Die Boote haben wir nach und nach zu Schuppen
hochgezogen, wo einzelne Teams mit Mastabbauen, Segelreinigen und -aufhaengen
und Bootschrubben beschaeftigt waren. Die Boote wurden teilweise neben
dem Schuppen aufgebockt, teilweise mit List durch die enge Tuer in den
Schuppen getragen.
Abends gab es dann Pizza, nicht aus dem Steinofen (Er
hatte sich tapfer gegen jeden Versuch gewehrt, ein Feuer in ihm anzuzuenden.)
sondern aus der JHB-Kueche - lecker wars.
Eines der Gespraechsthemen ergab sich so: Einige Teilnehmerinnen
hatten sich mittels einer Bravo Girl aufklaeren lassen ueber die Aufgeklaertheit
der heutigen (weiblichen) Jugend. Angeblich wurde die Zeitschrift gefunden.
Ich nehme an am Kiosk ;-)
So:
Nach dem Fruehstueck wie ueblich Schaekelabgabe und Getraenkerechnungen
begleichen (habe wieder gewonnen ;-), dann grosse Verabschiedung und ab
zum Bahnhof.
Resuemee: Naechtes Mal wieder - wenn es sich einrichten laesst, auch beide Freizeiten !
Ahoi
Thomas